Marion Romberg

KunstHISTORIKERIN – von der Dorfkirche zu Bildern der Kaiserinnen in der Frühen Neuzeit: Bildquellen als historische Quellen

DIE KAISERIN ALS MEDIENEREIGNIS IM 17. UND 18. JAHRHUNDERT

Im Rahmen der Übung soll die zeremonielle und herrschaftliche Position der Kaiserin in ihrer intermedialen Ausgestaltung und Rezeption in zeitgenössischen Bildquellen des neuzeitlichen Reiches untersucht werden. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf den Kaiserinnen des 17. und frühen 18. Jahrhunderts. Erst in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts begann sich ein struktureller Wandel in der Repräsentation von fürstlicher Herrschaft und Kaisertum und deren medialer Vermittlung abzuzeichnen. Die Bedeutung von Druckmedien als Verbreitungsmedien höfischer Repräsentation nahm zu und somit das mediale Echo.

Der Blick wird somit im Rahmen des Kurses auf bildliche Darstellungen in verschiedenen frühneuzeitlichen Medien (Medaillen, Einblattdrucke, Gemälde, Objekte) gerichtet. Durch eine systematische Erfassung und Analyse der bildlichen Darstellung (symbolische Kommunikation) wird die Grundlage geschaffen werden, am Ende die Rolle und den Stellenwert der Kaiserin innerhalb der Öffentlichkeit besser bewerten zu können. Thematisch werden Einzel-, Gruppen- wie auch Ereignisbildnisse zu Herrschaft, Hochzeit, Geburt und Tod behandelt.

Grundsätzlich gilt es stets dreierlei zu bedenken: die bildliche Darstellung als historische Quelle mit eigenem Quellenwert, deren intermediale Analyse und schließlich die Relevanz des Kunstwerks selber. Notwendig ist also eine interdisziplinäre Herangehensweise unter Verwendung geschichtswissenschaftlicher und kunsthistorischer Methoden, die es erlauben wird, einen Beitrag zur Verfahrens- und Symbolgeschichte des Reiches zu leisten.

Literatur zur Einführung:

  • Braun, Bettina Katrin Keller and Matthias Schnettger, Hg. Nur die Frau des Kaisers? Kaiserinnen in der frühen Neuzeit. Wien: Böhlau, 2016.
  • Kaiserin und Reich, Blog von PD Dr. Katrin Keller (ÖAW, IHB), https://kaiserin.hypotheses.org

Durchführung der LV komplett virtuell und vierzehntätig via Zoom.

Zum Eintrag im Bonner Vorlesungsverzeichnis des WiSe 2020/2021