Marion Romberg

KunstHISTORIKERIN – von der Dorfkirche zu Bildern der Kaiserinnen in der Frühen Neuzeit: Bildquellen als historische Quellen

Bruderschaftliche Kunstpatronage im Fürstbistum Augsburg

Im November 2016 beantragte ich bei der Gerda-Henkel Stiftung in Düsseldorf ein sechs monatiges Forschungsstipendium zu „Bruderschaftliche Kunstpatronage im Fürstbistum Augsburg“, das mir im Januar des Folgejahres bewilligt wurde.

Zielsetzung:
Die Spannbreite an Fragestellungen und Antworten der frühneuzeitlichen Bruderschaftsforschung reichen von Bruderschaften als Wahrer der öffentlichen Ordnung, als Agenten der Vergesellschaftung bis hin zu einer Manifestation der Macht der Laien in der Kirche. Ein Schattendasein fristet bislang der Aspekt der bruderschaftlichen Kunstpatronage. Die Renaissance der Bruderschaften im konfessionellen Zeitalter rücken sie als eine z.T. äußerst finanzstarke Gruppe und somit mögliche Auftraggeber barocker Kunstwerke ins Licht wirtschafts-, sozial- und kulturgeschichtlicher Forschungsansätze. Bruderschaften unterstützten ihre Pfarrkirchen nicht nur spirituell, sondern auch materiell, indem sie über die Stiftung des üblichen Seitenaltar oder Kultgegenstandes für ephemere Inszenierungen, evtl. wesentlich zur freskalen Ausstattung der Kirchen beitrugen. Auf Basis einer bildlichen, dinglichen wie auch textlichen Spurenlese, die ihren Anfang im Archiv des Bistums Augsburg nimmt, verfolgt die Antragstellerin folgende Forschungsfragen: Bruderschaften als wichtige soziale Gruppe im barocken Bauboom und die Memoria, die Selbstdarstellung sowie das Frömmigkeitsprogramm ländlich religiöser Gruppen.

Durchführung:
Von September 2017 bis Februar 2018 habe ich Archivstudien in verschiedenen Pfarrarchiven der Diözese wie im bischöflichen Zentralarchiv in Augsburg gemacht. Gleichzeitig habe ich auch nach bildlichen Hinweisen auf bruderschaftliche Kunstpatronage in den Kirchenräumen des Bistums gesucht. Hinweise, die aufgrund der nur rudimentären Erfassungslage der Bauten innerhalb von Kunstdenkmälerverzeichnissen wie dem DEHIO nur durch den persönlichen Besuch aufgedeckt werden können. Insgesamt wurden auf dieser Reise 58 Kirchen in den Dekanaten Marktoberdorf, Weilheim-Schongau, Sonthofen und Kempten photographisch dokumentiert.

Dissemination:
Erste Ergebnisse wurden auf folgende zwei Tagungen präsentiert:

2017, 11.-13.10. – Stift Seitenstetten, AT: Konferenz „Die Sakralisierung der Landschaft. Inbesitznahme, Gestaltung und Verwendung im Zeichen der Gegenreformation in Mitteleuropa“, org. vom Diözesanarchiv St. Pölten – Vortragstitel: Die Dorfkirche als bruderschaftlicher Repräsentations- und Frömmigkeitsort im 18. Jahrhundert

2017, 23.–25.10. – Wien, AT: Internationale Konferenz „Die barocken Pfarrkirchen und ihre Dekoration: ein neues Feld der Forschung“, org. von der Research Group for Baroque Ceiling Painting in Central Europe (BCPCE) – Vortragstitel; „Aus Bruderschaftsmittel finanziert…“

Zu beiden Tagungen wird es im Laufe dieses Jahres ein Sammelband erscheinen:

Die Sakralisierung des Landkapitels Weilheim – Entstehung eines „in seinem Wesen reichere[n], glänzendere[n] Kult[es]“, in: Thomas Aigner – Werner Telesko (Hg.), Die Sakralisierung der Landschaft in Mitteleuropa – Inbesitznahme und Gestaltung im Zeichen der Gegenreformation (= Beiträge zur Kirchengeschichte Niederösterreichs 21 = Geschichtliche Beilagen zum St. Pöltner Diözesanblatt 38), St. Pölten 2019. [im Peer Review-Prozess]

An Brüder zu gedenckhen… Das Bruderschaftswesen im Fürstbistum Augsburg am Beispiel der Armen-Seelen-Bruderschaft in Bernbach, in: Martin Mádl – Herbert Karner (Hg.), Die barocken Pfarrkirchen und ihre Dekoration, Prague: Artefactum 2019. [im Peer Review-Prozess]

Entsprechende Abstracts finden sich auf Academia.edu.

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