Marion Romberg

KunstHISTORIKERIN – von der Dorfkirche zu Bildern der Kaiserinnen in der Frühen Neuzeit: Bildquellen als historische Quellen

Die Welt in Österreich – 57 Beispiele barocker Erdteilallegorien

Im August 2008 reichte ich meine Diplomarbeit im Fach Geschichte an der Universität Wien ein. Die Arbeit beschloss nicht nur mein Studium der Geschichte, das ich im Wintersemester 2003 begonnen hatte, sondern das gleichfalls begonnene Studium der Kunstgeschichte. Während ich im Fach Geschichte im Oktober 2008 meine mündliche Prüfung hatte, absolvierte ich diese im Fach Kunstgeschichte im Januar 2009. Meine Diplomarbeit wurde von Prof. Wolfgang Schmale sowie im Herbst 2008 für das Fach Kunstgeschichte von Prof. Monika Dachs mit “sehr gut” bewertet. Sie ist heute in der Universitätsbibliothek der Universität Wien verfügbar.

Kunstinstallation im Garten des Gartenpavillons von Stift Melk, 2012. Die Figuren sind den Fresken von Johann Baptist Wenzel Bergl entnommen. Im Gartenpavillon hat er die Wände und Decken mit exotischen Figuren und Tieren fremder Länder geschmückt. Im zentralen Raum haben sich im wärmenden Licht der Sonne die vier Erdteile versammelt. Europa verweist in ihrer Gestalt auf die 1763 regierende Fürstin Maria Theresia. Für Bilder siehe die Datenbank “Erdteilallegorien im Barockzeitalter”.

ABSTRAKT:
Allegorische Darstellungen der vier Erdteile – Europa, Asien, Afrika und Amerika – gehörten im Barock mit zu den beliebtesten Allegorien. Im ikonographischen Thema der Erdteilallegorien geht es nicht um die Darstellung der Erdteile in ihrer Landmasse, sondern die Erdteil-Personifikationen repräsentieren die Bewohner der Erdteile und deren Wert- und Moralvorstellungen. Im Rahmen dieser Arbeit werden 57 Beispiele barocker Erdteilallegorien aus dem Bereich der Wandmalerei und Stuckdekoration innerhalb der Grenzen der Republik Österreich vorgestellt. Das Ziel dieser Arbeit war es zum einen Einblicke in die Art und Weise der Rezeption des eigenen sowie von fremden Kontinenten innerhalb des barocken Österreichs zu geben; zum anderen den heutigen Betrachter für die Einbettung sowie die Funktion von allegorischen Darstellungen der vier Erdteile innerhalb barocker Ausstattungsprogramme in Festsälen, Bibliotheken, Stiegenhäusern, Höfen von Klöstern, Schlössern sowie Palais und Stiftskirchen sowie Pfarrkirchen zu sensibilisieren. Der beschrittene Weg war die kulturgeschichtliche Kontextualisierung der 57 Beispiele. Determinante für die österreichische Geschichte der Frühen Neuzeit war der innere und äußere Glaubenskampf gegen die Reformation und gegen die Osmanen. Einheitsprinzip und Abgrenzungskriterium war der katholische Glaube. Der Gebrauch der Erdteil-Allegorien konvergierte mit der kulturhistorischen Entwicklung. Die Auftraggeber rekrutierten sich überwiegend aus der Geistlichkeit. Für die adeligen Auftraggeber, die ihren sozialen Aufstieg ebenfalls unter anderem ihrer Zugehörigkeit zum Katholizismus verdankten, fungierten die Erdteil-Allegorien insbesondere als weltumspannende Zeugen ihrer eigenen Karriere bzw. der ihrer Vorfahren und das hierauf begründete Selbstverständnis. Letztlich aber stellt die Arbeit lediglich ein wichtiger Baustein einer noch nicht zusammenhängend geschriebenen Kulturgeschichte der Erdteilallegorien in der Region Mitteleuropas dar.

In folgenden Aufsätzen habe ich Teilergebnisse meiner Arbeit veröffentlicht:

In hoc signo vinces! Die Erdteil-Allegorien in der Kirche des Augustiner-Chorherrenstifts Vorau, in: Wolfgang Schmale (Hg.), Multiple kulturelle Referenzen in der Habsburgermonarchie des 18. Jahrhunderts (= Jahrbuch der Österreichischen Gesellschaft zur Erforschung des Achtzehnten Jahrhunderts, Bd. 24), Bochum: Dr. Winkler Verlag 2009, 75–102. (Abstrakt auf Academia.edu)

Die Welt in Österreich – Erdteil-Allegorien im Kontext barocker Frömmigkeit, in: Wolfgang Schmale (Hg.), Wiener Zeitschrift zur Geschichte der Neuzeit – Wissenschaft ist jung I, Heft 1, 10/2010, Wien: Studienverlag, 28–47. (Abstrakt und PDF zum Download auf Academia.edu)

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