Neueste Publikation

 Marion Romberg
Die Welt im Dienst des Glaubens
Erdteilallegorien in Dorfkirchen auf dem Gebiet des Fürstbistums Augsburg im 18. Jahrhundert
2017.
628 S., 125 s/w Abb., 16 s/w Tab., 22 s/w Zeichn., 11 Karten.
Gebunden
ISBN 978-3-515-11673-2

Nach dem Konzil von Trient galt es aufseiten der katholischen Kirche nicht nur mit dem Wort, sondern auch mit dem Bild zu argumentieren. Im Zuge dessen wurden Kirchen zu einer permanenten Schau- und Lehrbühne umgestaltet. In den Dienst dieser barocken Medienoffensive wurde eine Ikonografie gestellt, die in der höfischen Welt des 16. Jahrhunderts entstanden war. Diese Ikonografie der vier Erdteile erlangte ihre Blüte im 18. Jahrhundert an den Wänden und Decken süddeutscher Dorfkirchen. Im sogenannten Erdteilallegoriengürtel, in dessen Zentrum das Fürstbistum Augsburg liegt, findet sich die größte Dichte dieser Bildwerke.

Aber wie gelangten die Erdteilallegorien in die Dorfkirchen? Was für eine Funktion erfüllten sie? Mittels einer fürstbistumsgeschichtlichen Kontextualisierung zeichnet die Autorin diese Popularisierung als ein Bild kultureller Transferprozesse nach. In einem dynamischen Zusammenspiel verbanden sich unterschiedliche kulturelle Einflüsse durch Künstler, Patronatsherren, Pfarrer, Bruderschaften und zirkulierende Medien. Als Visualisierung zeitgenössischer Diskurse wurden die Erdteilallegorien Teil der Sprache des Volkes.

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Wolfgang Schmale (Hrsg.), Marion Romberg (Hrsg.), Josef Köstlbauer (Hrsg.)
The Language of Continent Allegories in Baroque Central Europe
2016.
240 p., 42 b/w ill, 20 color ill., 2 b/w tables, 9 b/w drawings.
5 Karten, hard cover
ISBN 978-3-515-11457-8

Die Ikonografie der der vier Erteile geht auf das 16. und 17. Jahrhundert zurück. Ihre Entstehung verdankt sich der Entdeckung Amerikas und den damit einhergehenden Veränderungen in Europas Bild von der Welt. Rasch fand die Ikonografie Verbreitung und erreichte mit der Eroberung der Dorfkirche im 18. Jahrhundert eine bis heute einzigartige Dichte in Zentraleuropa. Ihre Verwendung reichte von religiösen und liturgischen Kontexten über die politische Bildsprache bis hin zu zivilisationsgeschichtlichen Narrationen. Die Erdteilallegorien „sprechen“ als formative Teile religiöser, liturgischer, politischer, historischer und anderer Diskurse. Als Bildsprache wurden sie mit Texten, Dogmen, Erzählungen und Stereotypen verknüpft. Die Beiträge dieses Bandes gehen aus unterschiedlichen historisch-kulturwissenschaftlichen Perspektiven der Frage nach, welche Bedeutung die Erdteilallegorien für die Menschen des 18. Jahrhunderts hatten.

English:
The iconography of the four continents dates back to 16th and early 17th centuries, at a time when Europe’s vision of the world was changed dramatically by discovery and conquest of the New World. Its peak of dissemination was reached in the 18th century. The late Baroque claims a special role for two reasons: The first is the large number of reproductions and applications during this period, the second is the multifaceted significance these allegories enjoyed. They could be inserted into religious and liturgical settings as well as into political language or that of the history of civilization and mankind. “Language” in this sense means that the continent allegories were less the object of an art historical interpretation than being considered a formative part of religious, liturgical, political, historical and other discourses. As pictorial language they were interwoven with text, dogmas, narratives and stereotypes. Thus the authors of this volume inquire what the allegories of the four continents actually meant to people living in the Baroque age.

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REZENSION:
Daniel Fulco. Review of Schmale, Wolfgang; Romberg, Marion; Köstlbauer, Josef, eds., The Language of Continent Allegories in Baroque Central Europe. HABSBURG, H-Net Reviews. May, 2017. URL: https://networks.h-net.org/node/19384/reviews/180373/fulco-schmale-and-romberg-and-köstlbauer-language-continent-allegories