FWF-Projekt „Erdteilallegorien im Barockzeitalter“ (2012–2016)

Die Kombination von kreativem Denken, effizienter Ausführung und Problemorientierung haben Frau Romberg dazu befähigt,
unterschiedlichste Aufgaben und Projekte zu meiner höchsten Zufriedenheit zu erfüllen.

aus dem Arbeitszeugnis vom 26.05.2015 von o. Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Schmale, Projektleiter

Projektantrag: Wolfgang Schmale und Marion Romberg (2010/2011) an den FWF. Der Wissenschaftsfonds Österreichs

Projektziel: Erfassung der bislang in Europa einzigartigen Dichte von Darstellungen der vier Erdteile auf dem Gebiet Süddeutschlands, Österreichs und Südtirols.

Untersuchungsparameter: Unter dem Begriff „Erdteilallegorien“ wird die Darstellung der vier bekannten Kontinente Europa, Asien, Afrika und Amerika als allegorische Personen verstanden. Das Projektinteresse galt besonders Allegorien ausgeführt in der Wand-Deckenmalerei, im Stuck, auf Gemälden oder als Plastiken und zu finden in Schlössern, Bürgerhäuser, Dorf- und Klosterkirchen, öffentlichen Plätzen zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert.

Das Erkenntnisinteresse in einer systematischen Erfassung lag in folgenden Fragestellungen, die ich v.a. in meiner zum Projektende abgeschlossenen Dissertation beantwortet habe:

Erdteilallegorien im Chor Johann Baptist Enderle, sign. & dat., 1756 Mussenhausen, Unserer Lieben Frau vom Berg Karmel

Erdteilallegorien Europa, Asien, Afrika und Amerika im Chor Johann Baptist Enderle, sign. & dat., 1756, Mussenhausen, Unserer Lieben Frau vom Berg Karmel

1. Warum war dieses Thema so beliebt?
2. Wie gelangte eine Ikonografie, die ihre Wurzeln in der höfischen Welt des 16. Jahrhunderts hatte, an die Decke süddeutscher Dorfkirchen?
3. In welcher Form wurde sie transferiert?
4. Was für einen Zweck erfüllte sie?
5. Wer waren ihre Träger und ihre Multiplikatoren?

Mein Verantwortungsbereich innerhalb des Projektes umfasste folgende Aufgaben:

Systematische Erfassung der Erdteilallegorien in Süddeutschland
– 2011–2013 von April bis Oktober zahllose Reisen nach Süddeutschland
– über 20.000 zurückgelegte Kilometer
– über 100.000 Fotos
– 320 besuchte Schlösser, Kirchen, Bürgerhäuser und öffentliche Plätze
– Terminkoordination mit Objektinhaber (Schlossherrn, Pfarrer, Messner, Kirchenpfleger, Schlösserverwaltung etc.) zur persönlichen Vorortbesichtigung

Wissenschaftliche Dokumentation der Anbringungsort
– Überfluss an Literatur für die berühmten Anbringungsorte wie die Würzburger Residenz
– Recherche und Organisation der sog. „grauen“ Literatur, insbesondere für Dorfkirchen, die bislang selten Gegenstand wissenschaftlicher Forschung waren
– Forschungsaufenthalte u.a. an den Bibliotheken in Heidelberg, München, Konstanz…

Konzeption und Aufbau der Datenbank
– Definition der Ziele, Funktionen und Struktur der Datenbank innerhalb des Projektteams (Dr. Josef Köstlbauer und Julian Rödelius) und deren Realisierung
– Auswahl und Bearbeitung der Bilder u.a. mit Photoshop
– Klärung der Bildrechte
– Testläufe der Datenbank

Administrative und personelle Betreuung des Projektes
– Erstellung der jährlichen Zwischenberichte an den FWF
– Verwaltung und Disponierung der in SAP erfassten Projektgelder
– Organisation und Führung zweier ERASMUS-Praktikantinnen
– Führung der externen wissenschaftlichen Projektmitarbeiterinnen

Öffentlichkeitsarbeit
– Konzeption der Projektwebsite
– Betreuung der Projektwebsite und des Blogs
– Co-Durchführung einer Lehrveranstaltung
– Organisation der Veranstaltungsreihe Salon (i)Kontext
– Dissemination der Forschungsergebnisse durch eine internationale Vortrags- und Publikationstätigkeit

Verdichtungsraum zwischen Günzburg und Donauwörth

Verdichtungsraum zwischen Günzburg und Donauwörth