OBSERVER 2006

110 Jahre >>OBSERVER<<
110 Jahre Medienbeobachtung in Österreich

Ausstellung im Künstlerhaus (Wien) im Oktober 2006 und Museum der Medienbeobachtung 2008/2009

Vom 10. bis 19. Oktober 2006 präsentierte der österreichische Medienbeobachter »OBSERVER« seine 110-jährige Geschichte in einer Ausstellung im Künstlerhaus. Die Grundidee in der Konzeption dieser Ausstellung war es, nicht alleine die Unternehmensgeschichte selber chronologisch zu erzählen, sondern diese eingebettet in die Geschichte der Medien zu erzählen. Diese Idee wurde durch eine acht Meter lange Zeitleiste realisiert. In drei Zeitleisten wurden dem Besucher wichtige Stationen aus der 110-jährigen Vergangenheit des »OBSERVER« und der österreichischen (Medien-)Geschichte gezeigt.

Abgerundet bzw. ergänzt wurden die Zeitleisten durch vier Glastische. Verschiedenste Exponate gaben Einblick in das Wirken der fünf Eigentümer des »OBSERVER«. Aus dem Gründungsjahr des Unternehmens 1896 fand sich der erste Auftrag von Sr. k.u.k. apostolischen Majestät Obersthofmeisteramt. Der Beobachtungsauftrag lautete auf den „Allerhöchsten Hof“. Ebenso wurde ein Brief von Dr. Irene Hertha Köppen aus dem Jahr 1945 ausgestellt, indem sie von ihrem Überlebenskampf am Kriegsende berichtet. Die unsicheren Verhältnisse in den Monaten nach Kriegsende ausnutzend versuchten einige Intriganten, sie durch Falschauskünfte zum freiwilligen Verkauf zu bewegen. Aus der Zeit Dr. Herbert Laszlos, dem 2009 verstorbenen Eigentümer, war unter anderem die Urkunde der Staatswappenverleihung am 14. Februar 1986 zu sehen.

Der vierte Tisch – die jüngste Vergangenheit – präsentierte sich multimedial. Ein Film gewährte einen Blick hinter die Kulissen des »OBSERVER«: der „Produktionsprozess“ zu Beginn der 90er. Weiterhin bot die interaktive Anwendung „The Clipping Quest – Die Jagd nach dem Ausschnitt – Der Führer durch die Welt der Medienbeobachtung“ dem Besucher der Ausstellung die Möglichkeit selber aktiv zum Lektor oder Lektorin zu werden. Diese Vielfalt an Medien, mit der sich der »OBSERVER« hier zeigte, spiegelte auch den Wandel im eigenen Angebot in den letzten beiden Jahrzehnten wieder. Die Leseliste des »OBSERVER« hat sich seit 1980 fast verdreifacht. Im Jahr 2006 wurden neben der traditionellen Beobachtung der Printmedien (1980: 800, 2006: 2317) 280 Online Portale, 2.000 Newsgroups sowie 160 Radio- und TV-Sendung in Österreich observiert.

Ein wichtiger Teil der »OBSERVER« Story war die Geschichte seines Produktes: Die Clippings. So war dieser Geschichte ein eigener Erzählstrang gewidmet, der sich über alle vier Glastische zog und ebenfalls in der Zeitleiste separat als eigenständige Leiste auftauchte. Zahlreiche Besuche in den Wiener Archiven brachten wahre dokumentarische Schätze ans Tageslicht. In der Wiener Stadtbibliothek im Rathaus finden sich Unmengen an Zeitungsausschnitten insbesondere aus den ersten beiden Jahrzehnten der »OBSERVER« Story. Wie die acht Kisten voller Clippings und Pressematerialien im Nachlass von Marcel Prawy, der von 1954 bis zu seinem Tode 2003 Kunde des »OBSERVER« war, zeigen, lassen sich durch Clippings ganze Lebensläufe rekonstruieren und facettenreiche Einblicke gewinnen.

Ein Teilprojekt der Ausstellung war die Aufbereitung der Zeitleiste für das Internet und die seit 2006 unveränderte Veröffentlichung dieser über die »OBSERVER« Homepage.

Teile der Ausstellung sind heute noch im hauseigenen Museum der Medienbeobachtung zu sehen. Dieses wurde wie auch die Ausstellung von mir konzipiert. Zu finden ist das Museum im Observerhaus (Lessinggasse 21, 1020 Wien).